Makuladegeneration

Früherkennung und -Behandlung metabolischer Degeneration an der Netzhaut des Auges

Quelle: https://www.photonikforschung.de/projekte/lebenswissenschaften/projekt/metanetz.html

Photonik Forschung Deutschland

Förderinitiative "Photonische Systemlösungen für Medizin und Biotechnologie (PSL)"

Früherkennung und -Behandlung metabolischer Degeneration an der Netzhaut des Auges

Augen auf für das Sehen

Das Augenlicht ist für die meisten Menschen der wichtigste Sinn. Viele Dinge des alltäglichen Lebens sind ohne das Sehen kaum vorzustellen. Bei Veränderungen, die eine Verminderung des Sehens zu Folge haben, werden bereits viele Therapiemöglichkeiten zu Rate gezogen. Das einfachste ist die Brille oder die Kontaktlinse. Aber auch Augenlaserbehandlungen werden immer sicherer und daher populärer, da sich damit auf die Brille verzichten lässt. Im Alter ist die Kataraktoperation beim grauen Star ein üblicher Eingriff, um die Sehleistung wieder anzuheben.

Es gibt jedoch andere Augenleiden, wie beispielsweise die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) oder die diabetische Retinopathie (DR), die sich bislang nicht mit großem Erfolg behandeln lassen. Diese Augenleiden, die eine Beeinträchtigung oder gar den Verlust des Sehens zur Folge haben, stellen eine große Belastung für die betroffene Person dar und treten zudem immer häufiger auf. Neben der großen finanziellen Belastung der Gesellschaft sind die psychologischen Auswirkungen auf den einzelnen dramatisch.

Die diagnostische und therapeutische Anwendung von optischen Technologien auf das Auge im Sinne einer Früherkennung und eines minimalinvasiven Eingriffs, wird als ein vielversprechender Ansatz angesehen.

Mit funktionaler Bildgebung und Netzhautstimulierung zum besseren Sehen im Alter

Das langfristige Ziel der Verbundarbeiten ist es, die Zahl der Patienten mit schweren Netzhauterkrankungen und damit verbundenen Sehbehinderungen deutlich zu reduzieren. Beide Erkrankungen, AMD und DR, basieren auf Stoffwechselstörungen, die sich langsam entwickeln, so dass die Verschlechterung der Sehleistungen erst spät offensichtlich wird. Oft kann dann nur noch vermindert oder gar nicht mehr therapiert werden.

Im Rahmen dieses Verbundes sollen allererste Anzeichen stoffwechselbedingter Veränderungen an der Netzhaut, die noch vor strukturell oder subjektiv bemerkbaren Änderungen auftreten, mittels der Messung der Abklingzeit der Autofluoreszenz der Retina (also der Messung der zeitlichen Änderung der natürlichen Fluoreszenz ohne Farbstoffzugabe), erfasst werden. Die sogenannte Fluoreszenzlebensdauer-Ophthalmoskopie (FLIO) ist ein innovatives, neues Bildgebungsverfahren und potentiell sehr zukunftsträchtiges Diagnostik-Verfahren.

Bei frühzeitiger Krankheitsdiagnose ist die Einleitung schonender, regenerativer Therapien sehr wünschenswert. Hierzu gibt es vielversprechende Ansätze und klinische Ergebnisse mit unterschiedlichen Laserverfahren, die den Augenhintergrund stimulieren oder selektiv Zellen zur Regeneration anregen. Hierzu sollen die erst seit kürzester Zeit erhältlichen grün emittierenden Hochleistungs-Laserdioden eingesetzt werden, die durch ihre schnelle Modulierbarkeit sehr flexibel zur Netzhautstimulation einsetzbar sein sollten.

Im Vorhaben soll das FLIO mit und ohne Laserbestrahlung zunächst an grundlegenden biologischen Modellen studiert werden, um die Stoffwechselvorgänge und deren krankheitsbedingte Veränderungen im Detail besser zu verstehen. In einer klinischen Studie mit AMD-Risikopatienten an der Augenklinik des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, wird das regenerative, metabolisch aktivierende Potential der Laserbehandlung dann mittels FLIO und anderer Verfahren erfasst. Die hierbei gewonnenen Erkenntnisse werden zum einen in wissenschaftlichen Fachzeitschriften und populären Medien veröffentlicht, und zum anderen in neue Medizingeräte überführt und zeitnah auf den Markt gebracht.

Download: MetaNetz Projektsteckbrief (pdf, ~ 104 kB)


Artikel: Heidelberg Engineering beteiligt sich am Forschungsprojekt MetaNetz