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Altersbedingte Makuladegeneration: "Zehntausende von Blindheit bedroht"

Quelle: Wiener Zeitung
www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=4109&Alias=wzo&cob=529406

"Zehntausende von Blindheit bedroht"

Behandlung gibt es nur als Privatleistung.

Wien. Zehntausende durch Netzhauterkrankungen von Erblindung bedrohte Österreicher kommen nur mit Mühen an die wirksamste Therapie heran: Die regelmäßige Injektion von sogenannten Anti-VEGF-Medikamenten ins Auge.

Der Grund dafür: "Die Behandlung kann als Punktewert (Leistungskatalog der Krankenhäuser, Anm.) nicht erfasst werden. Es gibt auch keine Leistungserstattung (bei niedergelassenen Augenärzten, Anm.)", erklärte die Chefin der Wiener Universitäts-Augenklinik Ursula Schmidt-Erfurth am Freitag in Wien.

Eine "goldene Nase" verdienen sich offenbar einige Augenärzte in der niedergelassenen Praxis, welche die Medikamente als Privatleistung spritzen.

Die Brisanz der Sache ist laut Schmidt-Erfurth enorm. "Es geht schlicht und einfach um das Augenlicht der Betroffenen." Bei geschätzten 25.000 Patienten in Österreich und jährlich 4000 Neudiagnosen für die altersbedingte "feuchte" Makuladegeneration (Netzhautdegeneration Anm.) gebe es immer mehr Bedarf an der besagten Therapie.

Dabei zeige schon eine erste Behandlung einen Erfolg. "95 Prozent der Patienten sprechen an", so Schmidt-Erfurth. Schon im Frühjahr 2011 soll es ein neues Medikament geben, das nur alle zwei Monate injiziert werden muss. Doch weil das Gesundheitsministerium die Injektion in den Glaskörper des Auges aus dem Leistungskatalog herausgenommen hat, können sich die Therapie laut der Expertin nur große Kliniken leisten. Auch im niedergelassenen Bereich würden die Kassen nicht bezahlen.

Auch für Diabetiker

Dazu komme, dass die Anti-VEGF-Therapie in den kommenden Tagen auch für die Behandlung der Zuckerkrankheit-Spätkomplikation "diabetische Retinopathie" zugelassen wird. Bei 600.000 Diabetikern in Österreich werden bald viele zehntausend Patienten mit nunmehr gut behandelbaren Netzhautschäden "draußen vor der Tür" stehen, befürchtet Schmidt-Erfurth. Die von Gesundheitspolitikern, Krankenkassen und Gesundheitsministerium so häufig bestrittene "Zwei-Klassen-Medizin" gibt es hier offenbar sehr wohl, so die Expertin.

Printausgabe vom Samstag, 27. November 2010
Online seit: Freitag, 26. November 2010 18:37:00


Eine Übersicht der Berichterstattung zu Avastin & Lucentis finden Sie hier: Avastin vs. Lucentis


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