Makuladegeneration

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ln-online 13.10.2017

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Die Universitäts-Augenklinik hat zur bundesweiten "Woche des Sehens" zum Tag der offenen Tür eingeladen.

Geboten wurde ein vielfältiges Programm mit Augenchecks und Führungen. Informationen über Untersuchungs- und OP-Methoden sowie Krankheitsbilder gab es ebenfalls.

St. Jürgen

Gisela Richartz hat die Wartenummer 21 gezogen. Sie nimmt ein paar Minuten auf der Stuhlreihe im Klinikflur Platz und wird dann von Assistenzärztin Dr. Friederike Schindler ins Untersuchungszimmer gebeten. Entspannt nimmt die 66-Jährige am OCT-Gerät Platz. "Das ist eine schöne Gelegenheit, meine Augen untersuchen zu lassen. Auf dem linken habe ich Probleme", sagt sie. Kurze Zeit später gibt ihr Gegenüber Entwarnung – "alles okay, Frau Richartz", fasst es die junge Medizinerin zusammen.

Es ist wieder "Tag der offenen Tür" in der Uni-Augenklinik – wie seit vielen Jahren während der bundesweiten "Woche des Sehens", die Selbsthilfeorganisationen, internationale Hilfswerke und Augenärzte immer im Oktober veranstalten. "Es ist zur Tradition geworden, dass wir uns daran beteiligen", erklärt Klinik-Referentin Petra Hammermeister, die die Veranstaltung auf dem Uni-Campus koordiniert, "und wir haben jedesmal sehr viele dankbare Besucher."

So kommen Jahr für Jahr im Laufe des viereinhalbstündigen Informationsvormittages an die 100 Interessierte oder mehr, um sich über moderne Untersuchungs- und OP-Methoden sowie Krankheitsbilder aufklären zu lassen.

"Die OCT, also die Optische Kohärenztomografie, wird dabei als schnelle und nicht-invasive Diagnosemethode gerne kostenlos wahrgenommen, weil Kassenpatienten ansonsten in der Praxis dafür zahlen müssen", kommentiert Schindler. Dabei seien diese Schichtaufnahmen der Netzhaut sehr wertvoll – "so dass es nicht nur für mich rätselhaft ist, warum die OCT nicht als Regelleistung gilt", merkt die Medizinerin an.

Im Eingangsbereich der Klinik sind auch wieder Info-Stände aufgebaut. An einem davon berät Dr. Matthias Grothe über den Grauen und Grünen Star, wie auf Schildern zu lesen ist. "Viele erkundigen sich nach der Therapie von Katarakt und Glaukom, so die medizinischen Namen, weil sie im Bekannten- oder Freundeskreis jemanden mit dem Leiden kennen", berichtet der Assistenzarzt. Auch nach den Warnzeichen werde gefragt. "Deshalb ist es ebenfalls wichtig, neben der Aufklärungsarbeit auch unnötige Sorgen zu nehmen", fügt er an.

Für den Blinden- und Sehbehindertenverein Schleswig-Holstein steht Dr. Stefani Hettmer an einem Info-Tisch. "Wir möchten in erster Linie auf unsere Selbsthilfe-Angebote aufmerksam machen", sagt die Lübecker Bezirksgruppenleiterin. In so einem Rahmen sei dies niedrigschwellig möglich.

Im Fokus des Interesses an diesem Vormittag steht vor allem die Altersabhängige Makuladegeneration, kurz AMD. Das bestätigt Privat-Dozent Dr. Martin Rudolf, stellvertretender ärztlicher Direktor der Klinik. "Denn die AMD gilt nach wie vor in den westlichen Ländern als häufigste Ursache für schwere Sehbeeinträchtigungen im Alter", erläutert er. Er freut sich schon sehr auf das Jahr 2020. Dann ziehen er und sein Team in das neue, erweiterte Zentralklinikum. "Das wird von den Räumlichkeiten viel angenehmer für alle", schaut er hoffnungsvoll voraus.

Michael Hollinde